Das schweigende Klassenzimmer

Folgender Beitrag ist auf Zeitgeschichte-online erschienen. Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre.
Der bewegende Historienfilm über die folgenreiche Unbotmäßigkeit einer Schulklasse in der DDR der fünfziger Jahre – auf der Berlinale 2018 vorgestellt, fand viel Aufmerksamkeit und wurde am Ende doch zu den Flops gezählt: zu glatt die Ausstattung, zu konventionell die Regie, zu simpel die Botschaft. Der Rezensent der Frankfurter Allgemeine Zeitung etwa attestierte dieser Tage Regisseur Lars Kraume, „relativ klar Position“ bezogen zu haben: „Er zeigt in „Das schweigende Klassenzimmer“ deutlich das Unrechtssystem, das die jungen Leute nicht versteht und verstehen will“. Verhält es sich so? Oder steht womöglich umgekehrt das allgemeine Urteil der Filmkritik für eine Rezeption, die die Tiefen des Films nicht auslotet und gar nicht ausloten will?  [weiterlesen…]