Neue Regierung muss in Bildungsfragen Schwerpunkte setzen

Presseerklärung des Verbands Deutscher Realschullehrer (VDR) vom 14.3.2018

Böhm: Neue Bundesregierung muss in Bildungsfragen zukunftsorientierte Schwerpunkte setzen!

VDR fordert klares Bekenntnis zum Bildungsföderalismus und zur Vielfalt

„Nachdem nun die Phase der Regierungsbildung mit der Vereidigung der neuen Bundesregierung endlich abgeschlossen ist, ist für alle im System Schule Beschäftigten besonders wichtig, dass die Bildungspolitik ganz oben auf der Agenda steht. Der Verband Deutscher Realschullehrer (VDR) erwartet von der neuen Bildungsministerin deshalb zunächst vor allem ein klares Bekenntnis zur Beibehaltung des Bildungsföderalismus in Deutschland. Wenn bei den Kompetenzen zwischen Bund und Ländern weiterhin eine klare Aufgabenteilung besteht, wie es auch im Koalitionsvertrag festgeschrieben ist, können von der Ministerin nun unter den klaren Regelungen unseres Grundgesetzes sinnvolle Schwerpunkte gesetzt werden. Ich verweise hier vor allem auf die Investitionsoffensive, die zwischen den Koalitionspartnern vereinbart wurde. Diese Zielrichtung ist aus unserer Sicht richtig und kann dazu führen, die wichtigen Themen der Digitalisierung und Integration sowie andere Zukunftsthemen mit zusätzlichen Geldmitteln weiter voranzubringen – hierfür wird eine starke Stimme an der Spitze der Bundesregierung benötigt. Klar ist aber auch, dass der Bund sich nicht in die Schulstrukturen der Länder einmischen darf – auch nicht über Umwege eines Nationalen Bildungsrates“, äußert sich VDR-Vorsitzender Jürgen Böhm zum Start der neuen Bundesregierung in Berlin.

Wiederholt hat sich der VDR klar zu den föderalen Strukturen der Bundesrepublik zu Wort gemeldet und dargelegt, dass der Wettbewerb der Bundesländer untereinander erhalten bleiben müsse.  Böhm dazu: „Die Vielfalt der Bildungswege ist ein Qualitätsmerkmal in Deutschland und sichert die Zukunft des Landes. Das differenzierte Schulsystem ist nachweislich erfolgreich, geht auf die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Schüler ein und bietet außerdem realistische Antworten auf die Fragen der Menschen in Deutschland.

Differenzierung und die Vielfalt der Bildungswege sind der Garant für eine optimale Vorbereitung der jungen Menschen auf die Lebenswirklichkeit“, so Böhm weiter. Differenzierte Bildungswege wie der über die anerkannte Realschule bilden hierbei eine hervorragende Basis für den Übergang in eine erfolgreiche berufliche Bildung, die wiederum ein unabdingbarer Erfolgsfaktor für den Wirtschaftsstandort Deutschland ist. „Wer die Qualität und die Vielfalt des deutschen Bildungswesens beschränken und vereinheitlichen möchte, spielt mit der Zukunft unseres Landes und den Bildungschancen unserer Kinder, die die dringend benötigten Fachkräfte von morgen sind. Nun ist die neue Bundesregierung gefordert,  diesen jungen Menschen jedwede Unterstützung  und beste Rahmenbedingungen zukommen zu lassen“, betont Böhm abschließend.

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