Politische Bildung an den Schulen hat zentrale Bedeutung

Mündige Jugend ist starke Jugend

Böhm (VDR): Politische Bildung an den Schulen hat zentrale Bedeutung – Lehrkräfte müssen klar Stellung zur Stärkung der Demokratie beziehen

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„Die politische Bildung an Schulen darf gerade jetzt, in einer Zeit der Krise, nicht vernachlässigt werden und muss zuverlässig Bestandteil im gesamten Unterrichtsprozess über alle Fächer hinweg sein“, so Jürgen Böhm, Vorsitzender des Deutschen Realschullehrerverbands (VDR). Der 16. Kinder- und Jugendbericht zum Thema „Förderung demokratischer Bildung im Kindes- und Jugendalter“ hat entsprechende Defizite aufgezeigt.

„Die jungen Menschen brauchen mehr denn je Halt, Sicherheit und Orientierung durch eine intensive Wertevermittlung und das Vertrauen in demokratische Strukturen und Prozesse“, betont der Verbandschef.

Besonders die jüngsten Ereignisse in Frankreich aber auch in Deutschland zeigten, dass eine Erziehung zu und ein Einstehen für die demokratischen Werte und für Pluralismus in der Gegenwart unbedingter Inhalt an allen Schulen in allen Altersstufen sein müssten. „Wir dürfen unsere Gesellschaft nicht den Extremisten und Antidemokraten überlassen“, so Böhm. Dabei sei es auch wesentlich und notwendig, dass Lehrkräfte in der politischen Bildung eben gerade nicht neutral und zurückhaltend agierten, sondern klar Stellung zu Verletzungen demokratischer Grundrechte und Prinzipien beziehen. Die Lehren der deutschen Geschichte und der Weimarer Republik zeigten, dass eine schwache Demokratie mit schwachen demokratischen Strukturen unweigerlich in die Katastrophe der Diktatur, Autokratie und Unfreiheit führten.

„Politischem Extremismus von Links und Rechts, religiösem Fanatismus oder sich aktuell ausbreitenden Verschwörungsideologien können die jungen Menschen nur begegnen, wenn  diese ein Gerüst aus demokratischen Werten, historischem Wissen, Einordnungs- und Analysefähigkeit besitzen. Dabei spielen eben auch praktische Erfahrungen beim Erlernen demokratischer Prozesse, wie Wahlen, das Vertreten eigener Standpunkte und das Erkennen von Möglichkeiten der demokratischen Einflussnahme eine Rolle. Wir brauchen starke junge Menschen, die den Blendern widerstehen. Genau hier sind Schule und Bildung gefordert – und genau da haben wir noch erhebliche Defizite“, Böhm.

„Eine moderne demokratische Gesellschaft kann es sich nicht leisten, dass wir eine Generation an jungen Menschen aufwachsen lassen, die nicht mehr gelernt haben, wie bedeutend die demokratischen Werte in unserer Gesellschaft sind und dass man diese aktiv leben und eigenverantwortlich gestalten muss“, schließt Böhm.

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