Kultusministerium kündigt neues Maßnahmenpaket für Grundschulen an

Pressemitteilung des VDL Hessen zur Pressekonferenz des hessischen Kultusministers Dr. Alexander Lorz im hessischen Landtag vom 15.09.2017:

 

„Sozialpädagogische Unterstützung, Besoldungserhöhung für Konrektorinnen und Konrektoren, Beratung und Fortbildung an hessischen Grundschulen – ein neues Maßnahmenpaket“

Der VDL Hessen begrüßt die Entscheidung des Kultusministeriums, die im Doppelhaushalt 2018/19 angekündigten 700 neuen Stellen für sozialpädagogische Fachkräfte einzuführen. Der Einsatz von 400 Stellen ab dem 01. Februar 2018 ist eine rasche Unterstützung im Grundschulbereich. Allerdings muss aus Sicht des VDL Hessen darauf geachtet werden, in welchen schulischen Bereichen diese Fachkräfte ihren Einsatz finden.

Die Schaffung von 700 neuen Stellen für sozialpädagogische Fachkräfte an hessischen Schulen kommt der Forderung des VDL Hessen nach einer Verbesserung der sozialpädagogischen Unterstützung an jeder Schule und Schulform entgegen, reicht aber noch nicht aus, da kleine Schulsysteme unter Umständen keine Berücksichtigung bei der Verteilung finden. Der VDL Hessen setzt sich dafür ein, dass aufgrund der gesellschaftlichen Veränderungen an jeder Schule mindestens eine sozialpädagogische Fachkraft vorhanden ist.

Des Weiteren ist der VDL Hessen erfreut über die Ankündigung des Ministeriums, die Besoldung von mehr als 900 Grundschulkonrektorinnen und –konrektoren anzuheben. Hiermit wird – vor allem finanziell – spürbar, dass das Kultusministerium die Arbeit dieser Lehrkräfte unter den gestiegenen Anforderungen würdigt. Ebenso begrüßt der VDL Hessen die Ankündigung, die Schulleitungen kleiner Grundschuleinheiten dahingehend zu stärken, dass die Schaffung von Konrektorinnen- und Konrektorenstellen durch die Absenkung der Mindestschülerzahl auf 81 erleichtert wird. Der VDL Hessen fordert seit geraumer eine spürbare Entlastung der Grundschulleitungen und betrachtet diese Maßnahme als wichtigen Schritt in die richtige Richtung. Gleichzeitig weist der VDL Hessen darauf hin, dass damit einhergehend die benötigte Leitungszeit ebenfalls bereitgestellt werden muss. Der VDL Hessen setzt sich weiterhin dafür ein, dass auch der Sockelbetrag für Schulleitungen deutlich erhöht und die schülerbezogenen Faktoren entsprechend angepasst werden.

Als weitere wichtige Information begrüßt der VDL Hessen, dass zum Wintersemester 2017/18 die Ausbildungskapazitäten um 315 neue Studienplätze im Grund- und Förderschulbereich an den hessischen Hochschulen angehoben werden.

 

Zusätzliche Unterstützungsangebote durch Stärkung der Schulberatung und Schulpsychologie mit dem Fokus auf die Grundschulen hinterfragt der VDL Hessen jedoch kritisch, da durch ein weiteres umfangreiches Beratungsangebot und eine intensivere Begleitung der Schulen auch unter Umständen die Arbeitsbelastung von Schulleitungen und Kollegien weiter steigt.

Noch zielführender für die Sicherung der Qualität der Arbeit und gleichzeitige Entlastung der Lehrkräfte an den hessischen Grundschulen wäre nach Auffassung des VDL Hessen:

  • eine höhere Personalressource
  • eine Absenkung der Pflichtstundenzahl für Grundschullehrkräfte
  • die Schaffung von Kooperationsstunden mit Fachinstitutionen – gerade in den Bereichen Inklusion und Beschulung von Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteigern
  • eine Erhöhung der Leitungsdeputate und der Sockelbeträge
  • eine verbesserte Ausstattung mit Verwaltungsfachkräften in den Sekretariaten, damit die gestiegene Verwaltungsarbeit nicht auch noch durch die Schulleitungsteams übernommen werden muss.

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Kerstin Jonas, Pressesprecherin des VDL Hessen

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