vrb hessen fordert verlässliche Investitionen in Unterrichtsqualität und individuelle Förderung
Die Ergebnisse der heute veröffentlichten PISA-Studie 2025 sind ein deutliches Warnsignal für die deutsche Bildungspolitik. Die Leistungen der 15-Jährigen sind gegenüber 2022 in Mathematik und Lesen erneut gesunken. Im langfristigen Vergleich liegen die Ergebnisse in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften inzwischen auf dem niedrigsten Niveau, das PISA für Deutschland bislang gemessen hat.
Besonders besorgniserregend ist aus Sicht des Verbands Reale Bildung Hessen (vrb hessen) die wachsende Zahl Jugendlicher, die grundlegende Kompetenzen nicht sicher beherrschen. In Mathematik erreichen nur noch 66 Prozent, im Lesen 68 Prozent und in den Naturwissenschaften 73 Prozent mindestens Kompetenzstufe 2.
Hinzu kommt eine weiterhin ausgeprägte Abhängigkeit des Bildungserfolgs von der sozialen Herkunft. In den Naturwissenschaften beträgt der Leistungsunterschied zwischen sozioökonomisch begünstigten und benachteiligten Jugendlichen in Deutschland 125 PISA-Punkte – im OECD-Durchschnitt sind es 85 Punkte.
Für den vrb hessen folgt daraus ein klarer Auftrag an Landesregierung und Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen: Grundkompetenzen müssen konsequent gestärkt, individuelle Förderung ausgebaut und Schulen personell so ausgestattet werden, dass sie den zunehmend heterogenen Lernvoraussetzungen tatsächlich gerecht werden können.
„PISA zeigt uns erneut, dass gute Bildung nicht zum Nulltarif zu haben ist. Wer bessere Leistungen, mehr individuelle Förderung und mehr Bildungsgerechtigkeit erwartet, muss den Schulen auch die notwendigen Ressourcen dafür geben. Wir brauchen qualifizierte Lehrkräfte, ausreichend Zeit für Unterricht und Förderung sowie verlässliche Unterstützungsstrukturen. Bildung darf auch in schwierigen Haushaltszeiten kein Sparmodell sein“, erklärt Claus Eschenauer, Landesvorsitzender des vrb hessen.
Dabei warnt der Verband davor, schulische Bildung als Reaktion auf PISA allein auf messbare Basiskompetenzen zu reduzieren. Lesen, Schreiben und Mathematik bilden unverzichtbare Grundlagen. Gute Schule muss aber zugleich leistungsstarke Schülerinnen und Schüler fordern, berufliche Orientierung ermöglichen und naturwissenschaftliche, gesellschaftliche, kulturelle, digitale und demokratische Bildung gewährleisten.
Der vrb hessen fordert deshalb, begonnene Maßnahmen zur Stärkung der Basiskompetenzen langfristig abzusichern und erfolgreiche Konzepte zu verstetigen. Zusätzliche Förderung darf nicht durch Einsparungen an anderer Stelle im Bildungssystem finanziert werden.
Eschenauer abschließend: „Wer heute an Bildung spart, spart an den Chancen von morgen. Hessen muss deshalb nicht weniger, sondern gezielter und verlässlich in gute schulische Bildung investieren.“
Gemeinsam. Bildung. Mitgestalten.
Kontakt:
Claus Eschenauer – 01715196157 – eschenauer@vrb-hessen.de
2026_09_08 Pressemitteilung des vrb hessen zur PISA-Studie 2025